Er stand mir direkt gegenüber. Nah, seine Augen blickten finster direkt in meine. Als wollte er sagen: "Ich hab keine Angst mehr. Und du?" Mit der Hand lässig und gleichzeitig aggressiv über meinem Kopf an die Wand gestützt, er wollte mir ganz klar zu deuten geben, wer hier das Sagen hatte.
Um uns herum war es dunkel und still. Wo waren auf einmal alle geblieben?
Hatte er sie verscheucht? Ihnen deutlich gemacht, dass er noch etwas zu erledigen hatte?
Es machte den Anschein. Mein Herz raste, meine Hände zitterten leicht als sein Gesicht mir näher kam. Immer näher, wie in Zeitlupe und dabei wendete er den Blick aber keine Sekunde ab. Er wollte es wirklich wissen. Er war so überzeugt...als müsste er sich selbst beweisen, dass er es wollte. Als würde er sich ein klein wenig zwingen.
Als sein Mund unmittelbar vor dem meinem war, biss ich mir auf die Lippen. Sah ihn zweifelnd an. Meine Augen füllten sich mit Tränen und ich neigte den Kopf zum Fenster.
Er tat so, als würde er dieses Signal nicht verstehen und nahm mein Gesicht in die Hand. Zärtlich, am Kinn, wie ein Reh, dem man sich erst langsam nähert und ihm in der gebeugten Hand etwas zum Fressen hinhält, nur um es später doch gefangen zu nehmen. Denn wer hätte nicht gerne einen ausgestopften, treu aussehenden Trophäenrehkitzkopf über dem Kamin?
Ja, das war ich. Eine Trophäe.
Ein Reh. Niemand weiß, was es will oder brauch, aber alle wollen es mal streicheln und füttern und ansehen, denn es ist so schön anzusehen.
Doch ich drehte erneut meinen Kpf zur Seite, befreite mein Gesicht aus seinen zarten Händen.
Seine Augenbrauen krümmten sich zusammen. Er sah mich ernst an, strich eine Haarsträhne hinter mein Ohr. Dann zog er meinen Kopf zu sich hin und strich mit seiner Nase leicht über meine Wange, wie ein Schmetterling der all die Blumen und Gräser nur streift, aber sich nirgends festlegen will, weil die ganze Welt doch eine Blumenwiese ist.
Das reichte. Entgültig. Ich konnte nicht mehr.
Drückte seine Schultern sachte von meinen weg, und flüsterte: "Hör doch endlich auf." Verständnislos sah er mich an, versuchte zu verstehen, wie ich ihm widerstehen konnte. Als er sich zum dritten Mal nähern wollte, schubste ich ihn daraufhin weg.
Wieviele Zeichen brauchte er noch?
Ich wusste nicht, woher auf einmal diese Wut kam. Es war wie beim letzten Mal, als ich als diese Trauer über die Menschen insgesamt und die Unerwiderte Liebe nicht mehr zurückhalten konnte und all das einfach heraus musste. Genauso war es jetzt wieder. Ich war so wütend.
Strich mir energisch die verzottelten Haare aus dem Gesicht, wischte entschlossen mit dem Handrücken die dunkelrote Farbe von meinen Lippen. Mein Aussehen kümmerte mich nicht mehr.
Sein außergewöhnlich guter Geruch nervte mich. Genauso wie seine weiche Haut, sein Können, dich in die Falle zu locken, wie eine Spinne in ihr Netz.
"Wie oft noch?" "Wie oft willst du mich noch verletzen? Mir Hoffnungen machen? Mich doch wieder fallen lassen?" Ich kam mir vor, wie eine alte Schauspielerin, die endlich ihren lange vergessenen Text doch noch aufsagen darf.
Traurig sah er mich an. Er wusste es. Er hatte es die ganze Zeit genau gewusst, ich hatte doch Recht gehabt. Doch er fragte etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
"Sarah? Warum bist du so dünn geworden?"
Ich blickte an mir herunter so wie er es immoment tat. Na? Vermisst du meine schönen Kurven? Meine geschwungene Linie? Meinen schönen Hintern, meine für meinen kleine Größe viel zu großen Brüste?
Was ich jetzt sah gefiel mir aufeinmal viel besser.
Ich trug nur ein schlichtes, schwarzes engangliegendes kurzes Kleid, was nichts verbarg oder kaschierte. Als ich so an mir heruterblickte sah ich nur noch einen kleinen, zarten Busen. Einen flachen Bauch, wie eine gerade Linie. Hervorstehende Hüftknochen und Beine, deren Mitte ein großer Spalt zierte. Nur meine Hinteransicht war noch beinahe so ausgeprägt wie davor.
Herrausfordernd näherte ich mich ihm einen Schritt. Schubste ihn auf das Sofa direkt hinter ihm, seine Verwirrung war ihm ins Gesicht, in seine wunderschöne Maske geschrieben. Ganz langsam legt ich beide Arme um seinen Hals, diesmal war ich die starke. Diejenige, die den Augenkontakt hielt. Ein Bein über seinen Schoß, sachte darauf setzen. Es war, als floss die Zeit langsamer. Mein Mund näherte sich seinem Ohr und ich hielt ihn dabei am Hinterkopf fest. Wie von selbst sprach meine Zunge die Worte:" Ich wollte kein Stück Fleisch mehr sein, weißt du?" Ich kam mir so stark dabei vor.
"Und ich weiß jetzt, dass du auch nur bist wie all die anderen."
Ich hatte erwartet, dass er anfangen würde zu lachen oder etwas ähnliches. Aber stattdessen sah er nur ausdruckslos an mir vorbei in die Ferne.
"Ich hab dich nicht dazu gemacht, weißt du? Das warst du selbst. Ich hab auch nie gesagt, dass ich anders wäre als alle. Alles was ich wollte, war ein Mensch, der anders ist. Aber du hast..."
er strich sich über sein kurzes Haar. "Ach egal..." Er hob mir vorsichtig von sich herab und setzt mich neben sich auf das eingesunkene Polster. Auf einmal wurde es ganz kalt. Durch das geöffnete Fenster spürte man noch die Hitze und das Flirren des Mittags, doch meine Armhäärchen stellten sich auf. Als er sich grade erheben wollte, fasste ich all meinen Mut zusammen und hielt ihn am Handgelenk fest. Er blickte nicht zurück. Doch ich lockerte meinen Griff nicht. Er stand noch, mein Arm klebte in der Luft. Ohne einen Blick zu ändern, atmete er leise aus und suchte nach meiner Hand. Hielt sie fest. Ganz fest. "Komm her", sagte er nur. Ohne irgendeine Emotion zu verraten. Langsam erhob ich mich, noch seine warme Hand festhaltend. Stand ihm nun gegenüber, den Kopf gen Boden gerichtet, doch die Augen an seinen haftend. Er suchte meinen Blick nicht. Er schlang nur beide Arme um meinen Kopf und küsste meine Stirn. Vergrub mein Gesicht an seiner Brust und seine Arme waren nun so doll um Hals und Ohren geschlungen, als dürfte ich nichts davon mitbekommen, was in dieser grausigen Welt alles vor sich geht. Und doch bekam ich eines mit. Denn eine zarte Spur von flüssigem Salz fand sich auf meiner Wange wieder. Und er schluchzte. Ganz leise und zaghaft.
Ewig rührte sich keiner von uns.
Sonntag, 20. Februar 2011
Sonntag, 13. Februar 2011
TO DO LIST SUMMER
Bauchnabel stechen lassen
Stripclub gehen und den Mädels Scheine in die Schlüpfer stecken
Baggyhose und bauchfreies Nike Bandeau Top mit Alice
Haar weiter wachsen lassen, Federn und Perlen hineinflechten
mit den Mädels wegfahren & die Sau rauslassen
Sommer!
Ich will barfuß durch die Welt tingeln.
Will wieder mein Gesicht von Sommersprossen gemustert sehen.
Möchte langes, offenes von der Sonne glänzendes Haar, mit eingeflochtenen Perlen und darin steckenden Federn.
Dieses Gefühl der Freiheit wenn du die Sommerluft einatmest, was dir niemand zu nehmen vermag.
Im Sand sitzen und das Leben fühlen.
Will meinen Bauch an die Luft lassen, zeige den darin steckenden Ring mit dem weiter tief darunter steckenden Glitzerstein. Hüftknochen, die aus der Bikinihose oder gekrempelten Jogginghose hervorlugen und ein abgeschnittenes Shirt, was quer über meine Schulter hängt.
Lautes Lachen erfüllt die Stadt.
Ich will barfuß durch die Welt tingeln.
Will wieder mein Gesicht von Sommersprossen gemustert sehen.
Möchte langes, offenes von der Sonne glänzendes Haar, mit eingeflochtenen Perlen und darin steckenden Federn.
Dieses Gefühl der Freiheit wenn du die Sommerluft einatmest, was dir niemand zu nehmen vermag.
Im Sand sitzen und das Leben fühlen.
Will meinen Bauch an die Luft lassen, zeige den darin steckenden Ring mit dem weiter tief darunter steckenden Glitzerstein. Hüftknochen, die aus der Bikinihose oder gekrempelten Jogginghose hervorlugen und ein abgeschnittenes Shirt, was quer über meine Schulter hängt.
Lautes Lachen erfüllt die Stadt.
Es ist nicht immer alles Rosen und Chanel N. 5. Es ist nicht immer alles edel Sonnenschein und Lebensglück. Manchmal geht's auch ganz schön dreckig zu in dieser Welt. Aber ich muss sagen...ich steh drauf.
Ich liebe abgemagerte, dürre nackte Mädels. Echten Pelz. Trödelkram. Narben, auch die vom Ritzen. Tattoos, tattoos überall und Piercings wo man sie nicht erwartet. Mag kaputte, wirre unordentliche Haare. Mag's, dreckig zu sein. Blaue Flecken, aufgeschrabbelte Knie. Irre hohe Schuhe, mit Umsturzgefahr. Mag verweinte Mascara und verschmierten Lippenstift, mag dick mit Kajal umrandete Augen und dunkelrote Münder. Spitze Zähne, nackte Fußsohlen, Sommersprossen die sich in deinem Gesich verirrt haben. Dein hohles Gesicht mit den markanten Wangenknochen ist so schön. Dürre Finger mit endlos Schmuck daran und abgeblättertem Nagellack. DIRTY DIRTY! Diese kleinen schwarzen Punkte überall auf deinem Körper, sind wie ...die absolute Perfektion, die Sahnehaube auf dem Eis. Katzenaugen. Wir sind so "fragile". Alle. Drink from me and you will live forever.
Ich liebe abgemagerte, dürre nackte Mädels. Echten Pelz. Trödelkram. Narben, auch die vom Ritzen. Tattoos, tattoos überall und Piercings wo man sie nicht erwartet. Mag kaputte, wirre unordentliche Haare. Mag's, dreckig zu sein. Blaue Flecken, aufgeschrabbelte Knie. Irre hohe Schuhe, mit Umsturzgefahr. Mag verweinte Mascara und verschmierten Lippenstift, mag dick mit Kajal umrandete Augen und dunkelrote Münder. Spitze Zähne, nackte Fußsohlen, Sommersprossen die sich in deinem Gesich verirrt haben. Dein hohles Gesicht mit den markanten Wangenknochen ist so schön. Dürre Finger mit endlos Schmuck daran und abgeblättertem Nagellack. DIRTY DIRTY! Diese kleinen schwarzen Punkte überall auf deinem Körper, sind wie ...die absolute Perfektion, die Sahnehaube auf dem Eis. Katzenaugen. Wir sind so "fragile". Alle. Drink from me and you will live forever.
Mittwoch, 2. Februar 2011
Spring. Es ist Frühling!
Ist das zu fassen? Ich gehe vor meine Tür, noch müde von der durchzechten Nacht, aber in Sorge um meine wohlbekannte Unpünktlichkeit und den Zustand, dass sich diese wohl nie ändern wird, als ich plötzlich auf der nackten Straße stehe und sich ein seltsames Gefühl breitmacht. Kälte, mit der ich gerechnet hatte, ist es seltsamerweise nicht. Und das, obwohl mein Outfit dazu Anlass gehabt hätte: Hüftjeans, halber Kapuzenpulli, offene Jacke und Herbstboots. Doch um meine Nase weht nur eine sanfte Brise und plötzlich fällt es mir wie Schuppen-und nicht wie Schnee, der noch vor ein paar Tagen zwischen meine Augen rieselte- von den Augen. Die Straße sieht so nackt aus, weil die Anzeichen des Winters alle im wahrsten Sinne des Wortes weggeschmolzen sind! Kein Eis, kein Schnee, kein Matsch- nur noch Straße und Menschen und übriggebliebene Kiesel. Ich kriege Frühlingsgefühle und will mir am liebsten alle Klamotten vom Leib reißen und nackt zur Schule rennen- obwohl es grade mal milde 10 Grad sind. Aber das allein reicht schon, um in vollem Optimismus den nächsten Gedanken gleich im Sommer schwelgen zu lasen. Um die Trägheit des Winters im körperlichen sowie seelischem Sinne wegzublasen und sich voll und ganz auf den Frühling vorzubreiten (der hoffentlich auch anhält!!!) empfehle ich:
1) Das Fahrrad aus dem Keller holen und 'ne Runde drehen, den lauen Wind genießen und sich einfach über den Adrealinschub freuen.
2) Gute Laune Musik auflegen, die Nachbarn mithören lassen und durch's Zimmer tanzen, am Besten mit Freunden. Weckt die Lebensgeister und die des ganzes Hauses.
3) Sport treiben gehen, vielleicht auch mal was neues ausprobieren und nebenbei noch abnehmen. Die kurzen schönen Kleider und Röcke kommen immer schneller in die Läden als erwartet!
4) Beautyprogramm 100% durchziehen, inkl. Haarmaske, Peeling, Wachsen und so weiter und so fort. Rosigen Teint, weiche , glatte Haut...was lässt besser erkennen, dass man startklar für ein luftigleichtes Leben ist?
Ist das zu fassen? Ich gehe vor meine Tür, noch müde von der durchzechten Nacht, aber in Sorge um meine wohlbekannte Unpünktlichkeit und den Zustand, dass sich diese wohl nie ändern wird, als ich plötzlich auf der nackten Straße stehe und sich ein seltsames Gefühl breitmacht. Kälte, mit der ich gerechnet hatte, ist es seltsamerweise nicht. Und das, obwohl mein Outfit dazu Anlass gehabt hätte: Hüftjeans, halber Kapuzenpulli, offene Jacke und Herbstboots. Doch um meine Nase weht nur eine sanfte Brise und plötzlich fällt es mir wie Schuppen-und nicht wie Schnee, der noch vor ein paar Tagen zwischen meine Augen rieselte- von den Augen. Die Straße sieht so nackt aus, weil die Anzeichen des Winters alle im wahrsten Sinne des Wortes weggeschmolzen sind! Kein Eis, kein Schnee, kein Matsch- nur noch Straße und Menschen und übriggebliebene Kiesel. Ich kriege Frühlingsgefühle und will mir am liebsten alle Klamotten vom Leib reißen und nackt zur Schule rennen- obwohl es grade mal milde 10 Grad sind. Aber das allein reicht schon, um in vollem Optimismus den nächsten Gedanken gleich im Sommer schwelgen zu lasen. Um die Trägheit des Winters im körperlichen sowie seelischem Sinne wegzublasen und sich voll und ganz auf den Frühling vorzubreiten (der hoffentlich auch anhält!!!) empfehle ich:
1) Das Fahrrad aus dem Keller holen und 'ne Runde drehen, den lauen Wind genießen und sich einfach über den Adrealinschub freuen.
2) Gute Laune Musik auflegen, die Nachbarn mithören lassen und durch's Zimmer tanzen, am Besten mit Freunden. Weckt die Lebensgeister und die des ganzes Hauses.
3) Sport treiben gehen, vielleicht auch mal was neues ausprobieren und nebenbei noch abnehmen. Die kurzen schönen Kleider und Röcke kommen immer schneller in die Läden als erwartet!
4) Beautyprogramm 100% durchziehen, inkl. Haarmaske, Peeling, Wachsen und so weiter und so fort. Rosigen Teint, weiche , glatte Haut...was lässt besser erkennen, dass man startklar für ein luftigleichtes Leben ist?
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